Wässerwiese im Hintergrund, davor: derzeit nicht bewässertes Grundstück (Foto: Landschaftspflegeverband Schwabach e.V.)

20.08.2026
Wässerwiesen Schwabach - mehr als Immaterielles Kulturerbe

SCHWABACH - Einer der vielen heißen Tage im August 2026 an den Wässerwiesen zwischen B2a und Penzendorf: Wässerwiesen durchziehen Schwabach von Schaftnach kommend, durch Penzendorf entlang der Penzendorfer Straße bis hin zur Altstadt. Grüne Wiesen und Insektengetümmel entlang der Gräben, in Sichtweite beige-braune Wiesen und Grundstücksflächen.

Einerseits sind sie anerkanntes Immaterielles Kulturerbe, jedoch liegt der Grund für diese Betitelung letztlich im bewährten praktischen Nutzen und ist Lebensader einer auf den Wiesen lebendigen Tier- und Pflanzenwelt. Es ist nach Darstellung von Landwirt Markus Müller und Andreas Barthel vom Landschaftspflegeverband Schwabach e.V. das letzte größere Bauwerk seiner Art zur Wasserüberleitung über die Rednitz.

Die Brücke, über welche das Wasser zu den Wiesen bis zur Kläranlage geleitet wird, hat nicht nur praktischen, sondern auch historischen Wert. Die Brücke, erbaut zwischen 1910 und 1920, hat sich zuletzt gesenkt, die Aufleger, die die Wasserwanne tragen, haben sich abgenutzt.

Aus diesem Grund besuchten die Stadtratsmitglieder der FREIEN WÄHLER Schwabach, Bruno Humpenöder, Richard Garhammer und Dieter Trutschel, Erwin Eberlein als ehemaliges Stadtratsmitglied und vormals aktiv am Erhalt des Wässerwiesensystems beteiligt sowie Alexander Schmidt, 1. Vorsitzender der FREIEN WÄHLER Schwabach e.V. die Wässerwiesen und ließen sich von Markus Müller sowie Andreas Barthel und Anja Hübner vom Landschaftspflegeverband Schwabach e.V. die Situation vor Ort erläutern.

Aktuell tragen Markus Müller und die Familie Adel die Hauptlast des Wasserverbands. Das Bauwerk zur Wasserüberleitung war bis 2025 in Betrieb, ist nun aber aus baulichen Gründen vorübergehend stillgelegt. Eine Interimssanierung ist nach Schilderung von Markus Müller und Andreas Barthel dringend erforderlich, um das Wässerwiesensystem nicht zu gefährden. Perspektivisch muss die Brücke generalsaniert werden. In welchem Umfang ist aktuell noch unklar und Gegenstand einer laufenden technischen Prüfung. Ideen hat Markus Müller dazu direkt parat. Viel hängt bei der Lösung letztlich davon ab, ob die Stützpfosten, die die Wasserüberführung über die Rednitz tragen, noch weiterhin nutzbar sind, oder auch erneuert werden müssen.

Die FREIEN WÄHLER Schwabach stellen dem Landschaftspflegeverband Hilfe für das Projekt in Aussicht. Einmal durch eine Zuwendung, aber auch durch Aufgreifen des Themas gegenüber dem bayer. Umweltminister Glauber sowie der mittelfränkischen Landtagsabgeordneten Gabi Schmidt, einer ehem. Landwirtin aus Uehlfeld, Landkreis Neustadt Aisch/ Bad Windsheim.