27.10.2019
Freie Wähler haben Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Schwabach zu Gast

SCHWABACH – Zu jeder Tages- und Nachtzeit für die Menschen da – Einhaltung der vorgegebenen Hilfsfrist von zehn Minuten - 340 aktive Mitglieder – eine starke Jugendarbeit mit 20 Mitgliedern zwischen 12 und 17 Jahren – 26 einsatzbereite Fahrzeuge – eine funktionierende Integrationsarbeit – ein ganz besonderes Ehrenamt! Das sind die fünf Freiwilligen Feuerwehren Schwabach, deren Stadtbrandrat Holger Heller sowie dessen Stellvertreter und Stadtbrandinspektor Michael Zellermaier die Freien Wähler zu Gast hatten, um sich zu informieren und in den aktiven Austausch zu gehen.

 Im Rahmen der bei den Freien Wählern Schwabach seit vielen Jahren monatlich stattfindenden öffentlichen Veranstaltung des "FW-Einblick" begrüßte der Vorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat Dr. Markus Hoffmann die leitenden Vertreter der Schwabacher Feuerwehren, welche einen Einblick in ihre Aufgaben, die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung und einen Ausblick auf notwendige Investitionen, welche in den nächsten Jahren anstehen, gaben.

Als größte kommunale Abteilung der Stadt Schwabach leistet die Freiwillige Feuerwehr Schwabach jederzeit Hilfe, rettet, löscht, birgt und schützt. Nachdem, im Vergleich zu vielen anderen Feuerwehren, alles im Ehrenamt geleistet wird, fallen in Schwabach, trotz gesetzlich festgesetzter kommunaler Pflichtaufgabe, keinerlei Personalkosten für die Stadt an. Um stets auf dem aktuellsten Stand zu sein, nehmen die vielen Freiwilligen gerne nach Feierabend sowie an Wochenenden Schulungen und Übungen wahr, um immer gut auf die vielfältigen Einsätze vorbereitet sein zu können. Gerade die ausschließlich ehrenamtlich geleistete Arbeit macht die Verantwortlichen stolz, doch ob dieses besondere Ehrenamt dauerhaft noch funktionieren wird, darüber wurde ernsthaft in der Runde auch mit dem städtischen Pfleger für die Feuerwehr Erwin Eberlein und dem Stadtratskandidaten Frank Staub diskutiert. Zwar sind die Unternehmen verpflichtet, die Mitarbeiter für Einsätze frei zu stellen, gerne gesehen wird dies zwischenzeitlich aber nicht mehr überall. Und auch für die Mitglieder der Feuerwehr ist Arbeitsplatzsicherheit ein wichtiges Gut. So kann es, trotz vollständiger Alarmierung der Kräfte, durchaus auch vorkommen, dass im Einsatz nochmals nachalarmiert werden muss.

Etwa zwanzig Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind bei der Stadt Schwabach direkt angestellt, hier ist die Freistellung für den Einsatz kein Thema. Insgesamt, und das betont Heller, kann er in seinen über 20 Jahren als Stadtbrandrat, auf eine sehr gute, faire und kommunikativ offene Zusammenarbeit mit der Verwaltung zurückblicken. Was er sich aber für seine Mannschaft durchaus wünscht, ist eine stärkere Forcierung der Ehrenamtsförderung. Wenn es um weitere Wünsche geht, so ist er zufrieden, lediglich die Feststellung des Bedarfs wird an die Kommune gemeldet.

So besteht, neben jährlichem Austausch eines Fahrzeuges, akuter Handlungsbedarf für ein neues Gerätehaus in Wolkersdorf. Schwierig und bisher ungeklärt ist jedoch die Grundstücksfrage. Auch in Schaftnach ist ein Neubau der Fahrzeughalle fällig. Das mit Abstand größte Projekt wird aber der Schwabacher Feuerwehrhof. Errichtet in 1966 bietet er zwischenzeitlich weder den erforderlichen Raum noch die Infrastruktur, um nachhaltig eine moderne Feuerwehr stellen zu können. Geschätzt wird ein zweistelliger Millionenbetrag für einen Neubau benötigt, und auch hier ist die Suche nach einem nutzbaren sowie leicht und schnell erreichbaren Grundstück in der Stadt Schwabach, welches auch die entsprechende Größe hat, nicht ganz einfach. Diverse Optionen werden derzeit diskutiert.
Neben reger Diskussion, wie mit brennenden E-Fahrzeugen oder Bränden auf der Autobahn umzugehen ist, hatte Heller noch einen Tipp für alle Autofahrer parat. Zu jedem Fahrzeug gibt es zum Download im Internet eine Rettungskarte. Diese auszudrucken und hinter die Sonnenschutzblende zu klemmen, kann schon lebensrettend sein. Alleine die Batterie in manchen Fahrzeugen zu finden kostet heutzutage den Helfern wertvolle Zeit und bringt sie durchaus auch in Gefahr.

Ein besonderes Ehrenamt, darüber waren sich am Ende alle einig. Gerne nahm Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Schwabach, Bruno Humpenöder, den Wunsch der Kommandanten auf und sagte sofort Unterstützung in der Form zu, dass ein Antrag der Freien-Wähler-Fraktion in den Stadtrat eingebracht wird, der eine zusätzliche Ehrenamtsförderung für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schwabach zum Thema macht.